LOGnews - Ihre Logistik-Informationsquelle
23 | 06 | 2018
Letzte News
Interessante Artikel

LOGO-TEAM Autorenbeitrag Bestandsmanagement - ImagebildDer Schlüssel zu mehr Erfolg – viele Unternehmen halten ihn bereits in den Händen, ohne es zu ahnen. Das trifft auch auf das Bestandsmanagement zu. Der verantwortungsbewusste Umgang mit den Beständen hat einen erheblichen Anteil am Unternehmenserfolg. Dennoch erkennen viele mittelständische Firmen die Potenziale nicht. In ihrer aktuellen Studie untersucht LOGO-TEAM den Stand des Bestandsmanagements in deutschen Unternehmen und zeigt Optimierungsmöglichkeiten auf.

 

Die Reduzierung der Kapitalbindungskosten, die Verbesserung der Liquidität, die Optimierung der Prozesskosten und die Erhöhung der Versorgungssicherheit – das sind nur einige Vorteile eines effizient umgesetzten Bestandsmanagements. Trotzdem wird die Bedeutung dieses Themas in vielen deutschen Unternehmen stark unterschätzt. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie der Karlsruher Logistikberatung LOGO-TEAM. Die Studie untersucht den Status quo des Bestandsmanagements in deutschen mittelständischen Unternehmen. Ziel ist es, Unternehmen für die Brisanz dieses Themas zu sensibilisieren sowie Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Großes Optimierungspotenzial vorhanden
Im Rahmen der Erhebung befragte LOGO-TEAM 47 mittelständische Unternehmen zu ihrem Bestandsmanagement. Darüber hinaus führte die Logistikberatung 20 Interviews mit Geschäftsführern sowie Logistik- und Controllingleitern aus Industrie und Handel. Dabei zeigte sich, dass sich nur ein geringer Teil der Befragten der wirtschaftlichen Chancen, aber auch der Risiken bewusst ist und infolgedessen einen sensiblen Umgang mit den Beständen pflegt. So wird bei lediglich 15 Prozent der Unternehmen das Bestandsmanagement als ein wichtiger Bestandteil der allgemeinen Geschäftsprozesse verstanden. Etwa die Hälfte der Teilnehmer hat die Bedeutung eines effizienten Bestandsmanagements nach eigener Aussage zwar erkannt, jedoch dieses bisher nicht konsequent umgesetzt. Selbst Unternehmen, die bereits ein Bestandsmanagement über die gesamte Supply Chain betreiben, haben demnach noch erhebliches Optimierungspotenzial.

LOGO-TEAM-Studie bringt es auf den Punkt
Ein grundsätzliches Problem ist die mangelnde (Prozess-)Transparenz in den Unternehmen. Das beginnt bereits bei der klaren Definition der Zuständigkeiten hinsichtlich des Bestandsmanagements. Diese könnte beim Logistik-/Lagerleiter liegen. Um alle Abläufe im Lager zu koordinieren, muss er in die Entscheidungen der Geschäftsführung einbezogen werden. Darüber hinaus dient er als Schnittstelle zu den einzelnen Abteilungen, um auf Schwachstellen hinzuweisen, Abstimmungen vorzunehmen und Verbesserungen des Bestandsmanagements anzustoßen. So die Theorie. In der Praxis ergibt sich ein anderes Bild: Laut Studie beschäftigen lediglich 61 Prozent der befragten Unternehmen einen Lagerleiter. Oftmals (39 Prozent) wird diese Aufgabe hingegen einem Mitarbeiter im Unternehmen übertragen, der weder über die nötigen Fachkenntnisse noch über die Zeit verfügt, um sich des Bestandsmanagements anzunehmen. Ein Austausch mit der Geschäftsleitung findet in der Regel nur selten statt.
Ein weiteres Problem: Ein Großteil der befragten Unternehmen verfügt nicht über eine ausreichende Verknüpfung zwischen den operativen und kaufmännischen Fachbereichen. Eine enge Verzahnung beider Bereiche ist laut Expertenmeinung jedoch ein entscheidendes Kriterium für ein effizientes und nachhaltiges Bestandsmanagement. Das gilt vor allem für die Logistik als eine der am stärksten in das Lager- bzw. Bestandsmanagement einbezogenen Abteilungen. Jedoch belegt die Studie, dass gerade in diesem Fachbereich die Diskrepanz zwischen operativer und kaufmännischer Verantwortung sehr groß ist. Dies legt den Schluss nahe, dass sich besonders operative Fachbereiche wie die Logistik der kaufmännischen Tragweite ihrer Handlungen nicht immer bewusst sind.  Sie sind daher auf einen intensiven Austausch mit Fachabteilungen wie Vertrieb, Produktion und Einkauf angewiesen. Zudem rücken die Abteilungen Entwicklung, Konstruktion, Marketing und Produktentwicklung immer mehr in den Vordergrund. Die Studie zeigt jedoch, dass diese wesentlichen „Player" des Bestandsmanagements zumeist nicht eng genug in die Prozesse eingebunden werden. Dies hat zur Folge, dass „Bestandstreiber" wie u. a. laufende Sortimentserweiterungen zur Bestandsexplosion und somit zu wirtschaftlichen Einschränkungen führen.
Die Bestandsoptimierung erfordert daher zwingend ein Controlling, das sinnvoll in das Unternehmenscontrolling eingebettet ist. Doch obwohl die Planung, Steuerung und Kontrolle elementare Bestandteile des Bestandsmanagements sind, ergab die Befragung ein recht widersprüchliches Bild. Für 65 Prozent der Interviewpartner ist ein Controlling entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Fehler in der Bestandsführung können so ermittelt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Diese Möglichkeiten bleiben allerdings häufig ungenutzt: Ca. 50 Prozent der Befragten gaben an, ihre Planung regelmäßig zu überdenken und bei Bedarf anzupassen. Darüber hinaus fehlen in den meisten Unternehmen die nötigen IT-Systeme, um eine prozessbegleitende und aussagekräftige Bestandskontrolle durchzuführen. Viele Betriebe arbeiten mit veralteten Lösungen, die keine übergeordnete Transparenz ermöglichen. Die Notwendigkeit, das Thema EDV als einen Aspekt des Bestandsmanagements aufzugreifen, steigt dadurch.

Bestandsmanagement – ein branchenübergreifendes Thema
Viele Unternehmen erkennen zudem nicht, dass Bestandsmanagement kein reines Industrie- und Handelsthema ist. Wie branchenübergreifend die Thematik ist, zeigt sich am Beispiel der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (DVV) und deren Tochtergesellschaften. Die laufend durchzuführenden Instandhaltungs- und Reparaturmaßnahmen der Netzteile Strom, Wasser, Fernwärme und Gas erfordern maximale Versorgungssicherheit, ohne dass hierbei die Bestände und die damit verbundenen Prozesskosten aus dem Auge verloren werden dürfen. Dieser Anspruch gestaltete sich durch die hohe Veränderungsgeschwindigkeit in der Energiewirtschaft in den letzten Jahren als sehr komplex. Die Folge: Prozesse wurden zunehmend intransparent und kostenintensiv. Die DVV beauftragte daher LOGO-TEAM, das in die Jahre gekommene Bestandsmanagement zu überholen. Vorrangiges Ziel war, bisherige Schwachstellen aufzuspüren, dezentrale Lagerorte zu zentralisieren und das gesamte Bestandsmanagement zu optimieren. Neben einer Grundbereinigung sowie einer Modifikation der Systemgrunddaten und der Prozesslandschaft veränderte LOGO-TEAM die Dispositionslogiken und
-parameter und schuf so die Basis für ein effizientes Bestandsmanagement. Die Ergebnisse: Der Bestand wurde nachhaltig um weit über 20 Prozent reduziert und die Prozesskosten minimiert. Heute werden Bauteile zudem vorwiegend on-demand bestellt, so dass nur noch ein Zentrallager benötigt wird, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden.

Potenziale erkennen. Chancen ergreifen.
Die Studie zeigt: Während Fertigungsprozesse wohldurchdacht werden und einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterliegen, wird das im Bestandsmanagement liegende Potenzial von der Mehrzahl der befragten Unternehmen unterschätzt. Wirtschaftliche Einschränkungen werden damit zwangsläufig in Kauf genommen. Fehleinkäufe, Schwierigkeiten mit der Supply Chain sowie Verhandlungsschwierigkeiten mit Banken und Investoren sind nur einige mögliche Folgen. Um solchen Gefahren vorzubeugen und um frühzeitig agieren zu können, ist es daher erforderlich, das eigene Bestandsmanagement auf Schwachstellen zu überprüfen, es weiter auszubauen und im Zuge dessen in die Prozesslandschaft des Unternehmens zu integrieren. Denn nur eine ganzheitliche Sicht ermöglicht es, den Erfolg langfristig zu sichern.

Infokasten
Weitere Informationen sowie die vollständigen Studienergebnisse erhalten Interessenten unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. LOGO-TEAM veröffentlicht außerdem in Kürze einen Leitfaden zum Thema Bestandsmanagement.

Autor
Martin Stoll (Dipl.-Ing./ Dipl.-Wirtsch.-Ing.), Geschäftsführer der Logistik- und Organisationsberatung LOGO-TEAM, über die aktuelle Studie zur Bedeutung des Bestandsmanagements in deutschen Unternehmen.

Unternehmenskontakt
Dipl.-Ing./ Dipl.-Wirtsch.-Ing. Martin Stoll • LOGO-TEAM – Unternehmensberater für Logistik und Organisation
Kaiserstraße 235–237 • D-76133 Karlsruhe
Telefon: +49(0)721 – 15 68 972
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! • Internet: www.logo-team.com