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15 | 06 | 2019
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Wenn es um das Thema Zollabfertigung geht, benötigen importierende und exportierende Unternehmen absolute Rechtssicherheit. Dies bei rund 100 Einfuhren pro Tag sowie monatlich 9.000 Statusänderungen von Zollagerartikeln in die Verfahren „aktive Veredlung“, „freien Verkehr“ oder „Wiederausfuhr“ zu gewährleisten, ist nur mit einer leistungsstarken ATLAS-Teilnehmer-Software möglich. Deshalb setzt die Honeywell Aerospace GmbH in Raunheim die Software zaraCMS des Anbieters ZNET systemhaus gmbh ein. Das übersichtliche und anwenderfreundliche System ist für alle Verfahren in ATLAS zertifiziert und wird von ZNET permanent auf aktuellem Stand gehalten, wenn sich zollrechtliche Änderungen ergeben.

 

„Vor zaraCMS hatten wir das Listbildverfahren im Einsatz. Als absehbar wurde, dass dieses Verfahren vom Zoll eingestellt werden würde, haben wir uns intensiv nach einer ATLAS-Lösung umgesehen. Das Konzept von ZNET hat uns letztendlich überzeugt", erläutert Robert Scharf, Manager Customs bei Honeywell Aerospace, der Tochtergesellschaft eines der weltweit führenden Hersteller von Komponenten für die Luftfahrt­industrie. „Die Software ist für alle Zollverfahren zertifiziert, das war für uns als Entscheidungskriterium sehr wichtig, da wir fast alle Verfahren nutzen - angefangen bei den ‚vereinfachten Verfahren' über ‚Zolllager Typ D' bis hin zu ‚freiem Verkehr' und ‚aktiver Veredlung'." Weitere ausschlaggebende Gründe für die Anbieterwahl waren die durchgängig hoch qualifizierten Mitarbeiter von ZNET sowie die Tatsache, dass das Team auf die Fachkenntnis von zwei ehemaligen Zöllnern zurückgreifen kann. Die Anforderungen an die Zollabwicklungssoftware zaraCMS im „Center of Excellence" der Honeywell Aerospace sind sehr hoch, schließlich beliefert das Unternehmen in Raunheim, zehn Minuten vom Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt entfernt, Kunden in Europa, im Nahen Osten und in Afrika mit Ersatzteilen bzw. instand gesetzten Einzelteilen. Zum Kundenkreis des Unternehmens, das über mehr als 35 Jahre Erfahrung in der Komponentenentwicklung zurückblicken kann, zählen rund 320 Transportgesellschaften, Fluglinien und militärische Einrichtungen aus 92 Staaten. Kein Wunder, dass das Logistikzentrum, das größte Honeywell-Lager für Luftfahrtkomponenten außerhalb der Vereinigten Staaten, mit rund 90.000 aktiven Artikeln von der Unterlegscheibe bis zur Gasturbine beeindruckend wirkt. „Für unser internationales Geschäft brauchen wir eine Software, die uns absolute Rechtssicherheit gibt. Eine Software, die die formalen und rechtlichen Anforderungen des Zolls zu jeder Zeit erfüllt", berichtet Robert Scharf.

 

Implementierung im laufenden Betrieb

Im April 2004 implementierte Honeywell mit NCTS das erste zaraCMS-Modul. Heute setzt der Komponentenhersteller die Module ATLAS-Ausfuhr (AES), NCTS-Eingang, NCTS-Ausgang, „aktive Veredlung/Umwandlungs­verfahren", Export, Import - „vereinfachtes Verfahren", „Zolllager Typ D" und „summarische Anmeldung" ein. Die einzelnen Standardmodule wie zum Beispiel zuletzt ATLAS-AES wurden innerhalb weniger Tage bei laufendem Betrieb implementiert. Lediglich die Funktion, die das Umbuchen von Waren aus dem Zolllager in den Status „aktive Veredlung" ermöglicht, wurde für Honeywell Aerospace von Grund auf neu geschaffen. „Wir bauen solche kundenspezifischen Anpassungen nach Möglichkeit so auf, dass wir sie in die Standardsoftware übernehmen und somit auch unseren anderen Kunden zur Verfügung stellen können. So halten wir die Kosten für notwendige Zusatzprogrammierungen für unsere Kunden äußerst gering", betont Werner Tholl, Geschäftsführer von ZNET. Im Anschluss an die Implementierung wurden die betroffenen Honeywell-Mitarbeiter in der Anwendung des neuen Systems geschult. Der Schulungsaufwand war dank der anwenderfreundlichen Program­mierung des Systems sehr gering. „Im Bereich elektronische Zollabwicklung ist es allerdings so, dass sich immer wieder Verfahrensabläufe ändern. Nur ein Beispiel hierfür ist die Umstellung von ATLAS 7.0 auf das Release 7.1 im Juli 2007. Insofern gehören regelmäßige Schulungen in fachlichen Fragen bei uns standardmäßig zur Kundenbetreuung dazu", sagt Werner Tholl.

 

Aktive Veredlung

Eine der wichtigsten zaraCMS-Funktionen für Honeywell ist das Verfahren aktive Veredlung. Denn neben rund 100 Einfuhren pro Tag werden heute mithilfe von zaraCMS monatlich durchschnittlich 9.000 Artikel vom Zolllager Typ D in die aktive Veredlung oder in den freien Verkehr umgebucht. Bei der aktiven Veredlung werden importierte Güter repariert, überholt und modifiziert und danach wieder exportiert. Bis zu 20 Honeywell-Mitarbeiter können dabei gleichzeitig auf die Lösung zugreifen. Die Mitarbeiter seien von den Vorzügen des Systems überzeugt, teilt Robert Scharf mit. Das System ist sehr übersichtlich. Ein Beispiel für die Nutzerfreundlichkeit sind die dynamischen Dialoge: Das System passt nach jeder Eingabe den Verlauf der Maske an und lässt nur noch Auswahlmöglichkeiten zu, die Sinn ergeben. Außerdem erzeugt die Software aufgrund der Eingaben vollautomatisch alle notwendigen Zusatzdokumente. „Wird beispielsweise als Empfänger eine Adresse in der Türkei einge­geben, erzeugt die Lösung automatisch die notwendige Warenverkehrs­bescheinigung A.TR", erklärt ZNET-Geschäftsführer Werner Tholl. Auch notwendige Anfragen an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) - zum Beispiel beim Export von Dual-Use-Gütern -  sendet zaraCMS über das Modul Exportkontrolle automatisch an die Behörde. Und zaraCMS hat noch einen weiteren wichtigen Vorteil: Die Software ist im Hinblick auf Datenbanken herstellerunabhängig. Sie läuft bei Honeywell auf einer AS/400 und bietet deshalb  eine sehr hohe Datensicherheit.

 

Prozessabläufe mit zaraCMS

Und wie funktioniert die Lösung? Bei Honeywell werden zunächst alle eingehenden Waren in ein Zolllager Typ D gebucht. Im Wareneingang wird das Versand­dokument mit der Movement Reference Number (MRN) eingescannt und an das System übermittelt, das eine Eingangsanzeige an die zuständigen Behörden übermittelt. Diese schicken die Entlade­erlaubnis zurück. Nach der Entladung sendet das System den Entlade­kommentar an den Zoll, der den Vorgang mit einer Verwahrungsmitteilung bestätigt. Die Ware erhält den Status „in Verwahrung". Durch die Wareneingangsbuchung „Lager" oder „Reparatur" wird im Vorsystem eine Verbuchung aus der Verwahrung in zaraCMS angestoßen. Die Daten werden aus dem Vorsystem über eine Schnittstelle in zaraCMS übertragen. Sie durchlaufen eine Entscheidungsmatrix, die vollautomatisch anhand von vordefinierten Kriterien entscheidet, in welches Zollverfahren die Waren übergehen. Das Vorsystem sorgt außerdem dafür, dass eine auftragsbezogene Bestandsführung erfolgt. „Der Anwender hat bei Honeywell lediglich eine Überwachungsfunktion, da alle Prozesse automatisiert ablaufen. zaraCMS besticht hier durch den überaus hohen Grad der möglichen Automatisierung", betont Werner Tholl. Bei Problemen steht ein Team von qualifizierten ZNET-Mitarbeitern bereit. Honeywell hat eine Supportvereinbarung über die Betriebszeit zwischen 8:00 und 18:00 Uhr geschlossen - bei Bedarf kann der Vertrag in eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung ausgeweitet werden. Ein eigener Honeywell-Support-Coach kategorisiert die Anfragen nach vertraglich definierten Prioritäten und kümmert sich um die Lösung der Probleme im dafür vereinbarten Zeitraum.

 

Anspruch auf Erleichterungen

Für die Zukunft plant Honeywell die Zertifizierung zum „zugelassenen Wirt­schafts­beteiligten" (jetzt geführt unter der englischen Bezeichnung „Authorised Economic Operator"), mit der das Unternehmen Anspruch auf Erleich­terungen beim Zollverfahren hat. Um die vorgeschriebenen Kriterien (angemessene Sicherheitsstandards, zufriedenstellende Buchführung, Einhaltung der Zollvorschriften) zu erfüllen, wird das Zertifizierungs­vorhaben Thema eines eintägigen ZNET-Seminars für die damit befassten Honeywell-Mitarbeiter. Der Systemanbieter wird seinen Kunden darüber hinaus während des gesamten Zertifizierungsprozesses aktiv unterstützen.

 

Die Ergebnisse im Überblick

Zusammenfassend konnte Honeywell in Raunheim mit zaraCMS folgende Ergebnisse erzielen:

  • Dank des Systems hat Honeywell absolute Rechtssicherheit beim Zollverkehr, da das System permanent aktualisiert wird.
  • Hoch automatisierte Prozesse dank voll integrierter Schnittstelle zu den individuellen Vorsystemen.
  • Das System ist sehr übersichtlich und anwenderfreundlich. Aufgrund der Maskenanpassung wird der Arbeitsprozess spürbar vereinfacht.
  • Die Software ist unabhängig vom Anbieter der Datenbanken einsetzbar. Sie läuft bei Honeywell auf einer AS/400 und bietet daher eine äußerst hohe Datensicherheit.
  • zaraCMS ist komplett für alle Verfahren zertifiziert, hierzu zählen auch spezielle Bereiche wie die Verfahren Zolllager und Veredlungsverkehr.
  • Ein hauseigenes Supportteam aus hoch qualifizierten Mitarbeitern garantiert eine schnelle Problemlösung.
  •  ZNET unterstützt Honeywell beim ZWB-Zertifizierungsprozess.

Unternehmenskontakt
Werner Tholl • ZNET systemhaus gmbh
Hagenauer Straße 55a • 65203 Wiesbaden
Telefon: 0611-9 71 96 70 • Fax: 0611-9 71 96 76
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