LOGnews - Ihre Logistik-Informationsquelle
15 | 12 | 2018
Letzte News
Interessante Artikel
Der Sport-Equipment-Hersteller SIGMA profitiert in seinem europäischen Distributionslager von permanent aktuellen Beständen, einer größtmöglichen Transparenz sowie dem wegeoptimierten Einsatz der Mitarbeiter und Stapler. Diese positiven Ergebnisse resultieren aus dem Einsatz des Warehouse-Management-Systems PRO WMS und des Transport-Leitsystems PRO TLS – zwei Produkte des Anbieters REMMERT PRO.

Was einst mit der Idee eines elektronischen Fahrradcomputers begann, hat sich bis heute zu einem global agierenden Unternehmen entwickelt: SIGMA ist Weltmarktführer in den Marktsegmenten Bike-Computer und Batteriebeleuchtungen. Pulscomputer, Luftpumpen sowie Mini-Tools und Schlösser runden die Produktpalette des Unternehmens ab. Von seinem Hauptsitz im pfälzischen Neustadt an der Weinstraße aus beliefert SIGMA den gesamten europäischen Markt. Im Neustädter Distributionszentrum prüft der Fahrradzubehör-Hersteller das im Ausland gefertigte technische Sport-Equipment auf die definierte Qualität und realisiert die auftragsbezogene Kommissionierung und Verpackung der Ware. Auf diese Weise schlagen vier Mitarbeiter pro Jahr bis zu fünf Millionen Artikel um. Zur Optimierung des gesamten Materialflusses integrierte SIGMA nun zwei neue Software-Systeme des Anbieters REMMERT PRO: das Warehouse-Management-System PRO WMS und das Transport-Leitsystem PRO TLS.

Ausgangssituation
SIGMA bevorratet sämtliche Artikel in staplerbedienten Hochregallagern. Die rund 3.000 Palettenstellplätze verteilen sich auf ein Roh- bzw. Fertigwarenlager sowie ein Kommissionierlager. Weitere Lagerorte für häufig benötigte Ware wie bspw. Verpackungsmaterial befinden sich innerhalb der Produktion. Dies ist bei SIGMA der Bereich, in dem das technische Sport-Equipment mit Bedienungsanleitung in entsprechende Kartons verkaufsfertig verpackt wird. Den Großteil der für die Produktion benötigten Artikel – wie Verpackungsmaterial, Bedienungsanleitungen, unverpackte Fahrradcomputer etc. – bevorratet das Unternehmen im Rohstofflager. Die verkaufsbereit verpackten Kartons lagern im Fertigwarenlager oder im Kommissionierbereich. In Letzterem werden die einzelnen Aufträge für die Auslieferung an den Groß- oder Einzelhandel zusammengestellt. „Durch die neue Lagersoftware planten wir in erster Linie, eine verbesserte Lagerorganisation und eine genauere Bestandsführung zu realisieren“, berichtet Michael Leim, Leiter EDV/Organisation bei SIGMA. „Natürlich sollte die Optimierung des Staplereinsatzes auch spürbare Effizienzgewinne nach sich ziehen.“ Nach intensiven Marktrecherchen entschied sich das Neustädter Unternehmen für die Integration eines Software-Pakets des Lager- und Datentechnikexperten REMMERT PRO.

Warehouse-Management-System PRO WMS
Das Warehouse-Management-System PRO WMS verwaltet alle Lagerbereiche des Distributionszentrums. Dabei koordiniert die Software sämtliche Lagerbewegungen, d. h. alle Ein-, Aus- und Umlagerungen. Über eine Standardschnittstelle ist PRO WMS an das HOST-System Microsoft Navision angebunden und meldet dem übergeordneten System die jeweils aktuellen Lagerbestände. „PRO WMS ermöglicht uns die effiziente Verwaltung aller Lagerbereiche. So profitieren wir heute von permanent aktuellen Beständen und größtmöglicher Transparenz im gesamten Lagerprozess“, berichtet Leim. Darüber hinaus gewährleistet die Software beispielsweise auch die Kommissionierung nach dem FIFO-Prinzip. Auf diese Weise garantiert SIGMA seinen Kunden kürzestmögliche Lagerzeiten der Produkte und damit auch der sensiblen Artikelbestandteile wie bspw. Batterien oder Akkus. „Durch den Einsatz von PRO WMS sichert sich SIGMA die besten Voraussetzungen für flexible Optimierungsstrategien im Lager. Die standardisierten Module unserer Software wurden dabei entsprechend den individuellen Anforderungen unseres Kunden konfiguriert“, so Matthias Remmert, Geschäftsführer der Friedrich REMMERT Datentechnik GmbH. Neben der Integration des Lagerverwaltungssystems realisierten die Experten von REMMERT PRO ebenfalls die Erweiterung des bestehenden Funk-LAN-Systems. Dafür wurden neue Accesspoints beschafft, ins Netz integriert und konfiguriert. Außerdem verantwortete der ostwestfälische Dienstleister die Aufrüstung von drei Staplern mit MDE-Geräten und integrierte zusätzlich ein viertes mobiles Handgerät in das System.

Transport-Leitsystem PRO TLS
Per Funk erhalten die Staplerfahrer auf den neuen MDE-Displays alle relevanten Informationen für die Fahraufträge. Diese rationalisiert und optimiert das Transport-Leitsystem PRO TLS. Die Software verwaltet dafür die Kenndaten der Fahrzeuge, Wege und Ressourcen. Vor jeder Auftragsvergabe zur Ein-, Aus- und Umlagerung sowie Kommissionierung analysiert und optimiert das System die Reihenfolge der Aufträge, die Wegstrecken sowie den Einsatz der Mitarbeiter und Stapler. „Die heutigen Prozessabläufe sind überhaupt nicht vergleichbar mit dem früheren System. Beispielsweise wurde unser Kommissionierlager vor der Software-Integration quasi auf Zuruf aufgefüllt. Heute veranlasst das System bei der Unterschreitung einer bestimmten Mindestmenge sofort einen Nachschub-Fahrauftrag“, veranschaulicht EDV-Leiter Leim die Vorteile des Software-Pakets. „Insgesamt haben wir die Effizienz sämtlicher Warenbewegungen deutlich erhöht.“

Optimierte Lagerprozesse
Die Lagerprozesse im europäischen Distributionszentrum von SIGMA lassen sich wie folgt beschreiben: Trifft eine Lieferung im Wareneingang des Unternehmens ein, wird diese im HOST-System Microsoft Navision verbucht. Nach der Wareneingangsprüfung erzeugt das System ein Palettenetikett und übergibt die korrigierten Warenmengen an das Warehouse-Management-System PRO WMS. Die Software sucht für die Lieferung einen Lagerplatz und generiert einen Auftrag für eine Fahrt vom Wareneingang in das Rohstofflager. Die Mitarbeiter scannen lediglich das Etikett an der Palette. Auf dem MDE-Display des Staplers wird ihnen dann der entsprechende Lagerort angezeigt. Dort angekommen quittieren die Mitarbeiter die Einlagerung der Ware durch das Scannen des Barcodes am entsprechenden Stellplatz.

Fertigungsaufträge generiert SIGMA im übergeordneten HOST-System. Dort werden die Aufträge auf Grundlage von Stücklisten in ihre verschiedenen Fertigungsbestandteile separiert. Die Materialbedarfe übergibt Microsoft Navision an das Lagerverwaltungssystem. Dieses überprüft, ob das benötigte Material bereits in den Pufferlagern innerhalb der Produktion vorhanden ist, und erzeugt für die fehlenden Rohstoffe die entsprechenden Fahraufträge. Nach der manuellen Freigabe der Aufträge durch den Lagerleiter transportieren die Staplerfahrer das benötigte Material wegeoptimiert in die Produktion. Dort verpacken die Mitarbeiter das technische Sport-Equipment verkaufsfertig. Die entnommenen Rohmaterialbestände werden aus dem HOST-System ausgebucht – die produzierten Verkaufskartons im System zugebucht – und anschließend an PRO WMS übergeben. Das Lagerverwaltungssystem erzeugt wiederum einen Fahrauftrag zur Rücklagerung der Kartons ins Fertigwarenlager. Außerdem ordert das System neues Rohmaterial in die Pufferlager innerhalb der Produktion.
 
Überzeugende Ergebnisse
„Insgesamt erleichtert das Software-Paket die Arbeit unserer Mitarbeiter spürbar“, so EDV-Leiter Leim. „Durch die Echtzeitbuchungen und die begleitende permanente Inventur realisieren wir eine sehr große Bestands- und Planungssicherheit. Dies führte beispielsweise auch dazu, dass wir die Bestände in der Produktion deutlich senken und dadurch zusätzlichen Platz für die Produktion gewinnen konnten.“ Und Matthias Remmert fügt hinzu: „Natürlich ist hierbei auch der wege- und zeitoptimierte Einsatz der Mitarbeiter und Transportmittel von zentraler Bedeutung. Dank des effizienten Einsatzes von Mensch und Material wird die lagerlogistische Leistung deutlich verbessert und die damit verbundenen Prozesskosten werden merklich gesenkt.“

Zusammengefasst erzielt SIGMA Elektro durch die Integration der Software-Systeme folgende Verbesserungen:
• Der Einsatz des Warehouse-Management-Systems PRO WMS gewährleistet SIGMA eine permanent aktuelle Bestandssicherung.
• Das Neustädter Unternehmen profitiert von Effizienzsteigerungen und größtmöglicher Transparenz im Distributionslager.
• Vor jeder Auftragsvergabe zur Ein-, Aus- und Umlagerung sowie Kommissionierung analysiert und optimiert das Transport-Leitsystem PRO TLS die Reihenfolge der Aufträge, die Wegstrecken sowie den Einsatz der Mitarbeiter und Stapler.