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18 | 08 | 2018
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Was Intralogistik leistet

Der Begriff der Intralogistik hat mehrere Bedeutungsebenen. Die unmittelbarste Ebene bezieht sich auf den Material- und Warenfluss innerhalb eines Betriebsgeländes. Darüber hinaus meint der Ausdruck Intralogistik die Organisation, Steuerung und Optimierung des innerbetrieblichen Waren- und Materialflusses sowie die Logistik der Informationsströme und des Warenumschlags in gewerblichen Betrieben oder öffentlichen Einrichtungen. Das Wort Intralogistik bezeichnet zudem den Bereich der innerbetrieblichen Logistik, der auf eine Leistungssteigerung und Kostensenkung abzielt

 

Statische und dynamische Lagerhaltung

Diese unterschiedlichen Aspekte der Intralogistik treffen bei der innerbetrieblichen Lagerhaltung aufeinander. Hierbei wird zunächst zwischen einer statischen und einer dynamischen Lagerhaltung unterschieden. Bei der statischen Lagerhaltung ist jedem Produkt ein fester Lagerplatz zugeschrieben. Dieses System vereinfacht die Suche nach einem bestimmten Produkt, führt jedoch oftmals zu einer mangelnden Ausnützung der verfügbaren Lagerfläche. Eine statische Lagerung ist sinnvoll für Unternahmen mit einem eher kleinen und stets gleichbleibenden Lagerbestand.

Dahingegen ist die dynamische Lagerung insbesondere für Online-Händler interessant, welche ein breitgefächertes Sortiment anbieten und die jedem Artikel in eher geringen Stückzahlen vorhalten. In diesem Fall ermöglicht eine dynamische Lagerhaltung eine Verkürzung der Wege und eine bessere Ausnützung der räumlichen Kapazitäten. Damit alle Produkte schnell gefunden werden, obwohl diese keinen festen Platz haben, werden sämtliche Artikel und jeder Platz im Regalsystem mit einem Barcode versehen. Beim Eintreffen von Neuware wird diese einfach am nächsten freien Platz eingelagert. Dabei scannt der Lagermitarbeiter mit einem Datenleser die beiden Codes ein. Auf diese Weise weiß das Lagersystem jederzeit, wo genau der Artikel gelagert ist.

Intralogistik und Industrie 4.0

Solch eine dynamische Lagerhaltung ermöglicht eine wesentlich größere Flexibilität, welche der Dynamik des modernen Online-Handels entspricht. Ein weiterer Schritt in Hinblick auf eine intralogistische Modernisierung der Lagerhaltung betrifft den zunehmenden Ersatz von herkömmlichen Förderzeugen, wie Gabelstaplern, durch halbautonome sowie komplett fahrerlose Transportsysteme. Diese orientieren sich mittels einer intelligenten Lagernavigation, welche zudem mit dem Warenmanagement sowie weiteren wichtigen IT-Programmen kommuniziert.

So hat beispielsweise die Firma Jungheinrich eine Lagernavigation für einen Schmalgang-Stapler entwickelt. Diese sorgt dafür, dass der Stapler vom Warehouse Management System den Auftrag erhält, bestimmte Artikel einzulagern oder abzuholen. Anschließend wird der Fahrer zum entsprechenden Gang geführt und muss dort nur noch losfahren. So werden Fehlfahrten, ein langes Suchen sowie eine fehlerhafte Ein- und Auslagerung verhindert. Dies ermöglicht Kostenreduktionen von über 20 Prozent.

Im Zuge der zunehmenden Vernetzung und Automatisierung im Bereich der technischen Produktion, die inzwischen unter dem Stichwort Industrie 4.0 bekannt ist, spielt der Bereich der Intralogistik eine Schlüsselrolle. So hat Jungheinrich eine Schnittstellensoftware entwickelt, welche die einzelnen IT-Systeme optimal mit dem Lager-Equipment verknüpft und eine reibungslose Kommunikation der unterschiedlichen Systeme ermöglicht.

Optimiertes Inferface zwischen Mensch und Maschine

Die Firma Knapp setzt bereits auf "Open Shuttles", fahrerlose Transportfahrzeuge, welche ein vollkommen vernetztes und flexibles Lager ermöglichen sollen. Doch obwohl die Open-Shuttles ohne Fahrer auskommen, bezieht Knapp den Menschen in den Begriff der Vernetzung mit ein:

So arbeitet Knapp im Rahmen des Forschungsprojektes Assist 4.0 zusammen mit weiteren Partnern an der Entwicklung eines innovativen Assistenzsystems, welches den Produktions- und Servicemitarbeitern in Zukunft eine wesentlich erleichterte Kommunikation mit den Maschinen ermöglichen soll. Bei diesem soll ein zentrales Softwaresystem alle wichtigen Informationen situationsangepasst über Tablets, Smartphones oder Datenbrillen an das Servicepersonal weiterleiten, damit die Wartungs- und Reparaturarbeiten noch effizienter abgewickelt werden können.

Virtual Reality in der Lagerhaltung

Auch DHL experimentiert bereits im Bereich der Verschmelzung zwischen Industrie 4.0 und der Logistik. So erprobt das Unternehmen in einigen Frachtzentren schon mit Erfolg die neuen Möglichkeiten von Virtual Reality und Datenbrillen für die Lagerverwaltung. Die Brillen sind direkt mit dem zentralen Lagersystem verbunden und mit einer Indoornavigation sowie einem Strichcodescanner ausgestattet. Das Navigationssystem berechnet stets den kürzesten Weg zu einem bestimmten Paket oder Produkt, wodurch gerade in sehr umfangreichen Lagern deutlich die Orientierung verbessert wird. Mithilfe dieser Technik können zudem neue Mitarbeiter wesentlich schneller eingearbeitet werden.

Die Schlüsselrolle der Intralogistik

Die Intralogistik ist der Verknüpfungspunkt, an welchem die Bereiche der Informationen und der materiellen Güter aufeinandertreffen. Sie ermöglicht eine intelligente Steuerung der Lagerhaltung, des Warenflusses und der zu diesen Zwecken eingesetzten Maschinen. Somit kommt der Intralogistik in Bezug auf eine zunehmend vernetzte und automatisierte Produktion im Zuge der Industrie 4.0 eine Schlüsselrolle zu.

Schon im März 2016 bot die LogiMat Gelegenheit, sich mit Firmen der Logistikbranche über die Industrie 4.0 auszutauschen. So lud die gaerner GmbH zum Diskurs über die Notwendigkeit der Industrie 0.0 für die Industrie 4.0 ein. Auch die LogiMat 2017 steht wieder ganz im Zeichen der modernen Entwicklung. Unter dem Motto „Wandel gestalten. Digital – Vernetzt – Innovativ“ findet vom 14.-16. März die internationale Fachmesse in Stuttgart statt.

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