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19 | 01 | 2018
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dobülogWinterberg/Bad Sassendorf, 2. Juni 2014. Mit der Erweiterung ihres 3000 Quadratmeter großen Lagers um einen 1500 Quadratmeter großen Anbau sowie einer Umstrukturierung der gesamten Lagerfläche hat die Lütteken Beschläge + Eisenwaren GmbH aus Winterberg ihre innerbetriebliche Logistik auf den neuesten Stand gebracht. Die engen Platzverhältnisse des alten Lagers hatten zu unwirtschaftlichen Kommissionierungs- und Ladevorgängen geführt. Außerdem war eine Umgestaltung der internen Logistik notwendig, um die begrenzten Ausbaukapazitäten nicht zusätzlich zu belasten. Grundlage für die getroffene Investition bildeten die Detailplanungen der Domnik und Bücker Logistik (dobülog) aus Bad Sassendorf. Die erfahrenen Ingenieure erstellten ein dreidimensionales Gesamtkonzept, das dem Fachgroßhändler anschaulich vermittelte, wie seine Ausbaureserve effizient genutzt werden konnte. Knapp ein Jahr betrug die reine Bauzeit des Projekts. Die Realisierung erfolgte bei laufendem Betrieb.

 Über 25.000 Artikel führt die Lütteken Beschläge + Eisenwaren GmbH in ihrem Sortiment, die als Standardversand innerhalb von 24 Stunden ausgeliefert werden. Mit den neuen Lager- und Geschäftsräumen und einem Investitionsvolumen von rund 1,5 Millionen Euro hat das regional agierende Unternehmen einen entscheidenden Schritt zur Produktivitätssteigerung getan. Eine Vergrößerung der Lagerfläche des 1902 gegründeten Familienunternehmens war aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre dringend notwendig geworden. Auch die Lagersituation, eine seit einem Umzug vor 30 Jahren gewachsene Struktur, musste unter Effizienzkriterien neu bewertet werden.
Die Anlieferung der Güter erfolgte über eine offene Außenrampe. Die Ware lagerte nach keinem festen System in Paletten- und Fachbodenregalen. Langgut, einige A- und B-Artikel sowie selten bewegte Güter wurden im Keller gelagert, weitere Produkte der A- und B-Klasse befanden sich im Erdgeschoss. Für die Beladung mit Langgut mussten die Lieferfahrzeuge über eine schräge Abfahrt in den Keller fahren, so dass der gesamte Ladevorgang häufig an zwei Stellen erfolgte. Bei schlechtem Wetter brachten die Fahrzeuge immer wieder Feuchtigkeit und Schmutz mit in die Lagerhalle und behinderten außerdem die Mitarbeiter bei der Arbeit. Zusätzlich wurde der Ladevorgang dadurch erschwert, dass die Lieferfahrzeuge, zwei Sprinter, aus Platzmangel hintereinander stehen mussten.
Weil in der Regel ein fester Kundenstamm nach vorgegebenen Tourenplänen beliefert wurde, erfolgte die Beladung der Lkws in der Regel schon am Nachmittag. Da die Fachbetriebe aber noch bis 17 Uhr Bestellungen aufgeben konnten, die bis 18 Uhr kommissioniert wurden, mussten die Fahrer am nächsten Morgen häufig noch zuladen und Ware umräumen.

Optimal genutzte Ausbaureserve
Weil eine Veränderung der Gebäudehöhe aufgrund baurechtlicher Beschränkungen nicht möglich war, entschied man sich für einen Anbau, der mit dem alten Lager verbunden werden sollte. Die Planung der innerbetrieblichen Logistik übertrug Dieter Lütteken, der das mittelständische Unternehmen in vierter Generation leitet, der dobülog und folgte damit der Empfehlung eines befreundeten Beschlagsunternehmers. Die Vorteile des Logistikdienstleisters sieht er vor allem in dessen Herstellerunabhängigkeit und langjähriger Praxiserfahrung. „Ein neutrales Planungsbüro, das sich in allen Bereichen der innerbetrieblichen Logistik auskennt, war genau das, was wir brauchten, um den Anbau an das alte Lagergebäude auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten planen zu können", stellt der Geschäftsführer fest.
Federico Domnik und Andreas Bücker, Geschäftsführer von dobülog und seit über 25 Jahren ein eingespieltes Team, entwickelten neben dem Konzept zur Lagerorganisation auch eine zweckmäßige, klar strukturierte Lager- und Fördertechnik. Anhand von Logistikkennzahlen wie Lagerbestand und Warendurchsatz pro Monat entwarfen sie einen Bedarfsplan, an dem sich der Ausbau der Lagerfläche orientierte. „Das neue Lager wurde praktisch von innen nach außen geplant", beschreibt Lütteken die Vorgehensweise. „Wir haben uns zunächst einen kompetenten Partner gesucht, der mit uns die Warenabläufe plant, und dann erst das Lager gebaut."

Sinnvoller Materialfluss, übersichtliche Lagerung
Das Konzept der dobülog beinhaltete drei wesentliche Punkte: Einen Lastenaufzug vom Keller ins Erdgeschoss für kürzere Transportwege, eine separate und geräumige Ladezone für mehr Ladekomfort sowie Bereitstellungsflächen und -regale im Rampenbereich für zeitsparendes Beladen. Die bestellte Ware wird nun in den neuen Konsolidierungsregalen im Warenausgangsbereich gelagert und erst am nächsten Morgen geladen. Der Wareneingangs- und Kommissionierbereich befindet sich im neuen Teil des Lagers, so dass der alte Bau komplett als Lagerhalle dient. Um Zeit zu sparen, werden alle Güter auf der Ebene entladen, auf der sie auch gelagert werden. Das Langgut beispielsweise wird im Erdgeschoss angeliefert, geschnitten und gelagert, wobei sich die Handhabungsflächen in unmittelbarer Nähe zum Warenein- und -ausgang befinden.
Das Konzept der dobülog zur Palettenanlage hat Dieter Lütteken punktgenau umgesetzt. Existierten vorher rund 250 Palettenstellplätze, ist jetzt Platz für 550 Paletten im Erdgeschoss und 400 Paletten im Keller. Alle Artikel sind nach dem Festplatzprinzip organisiert sowie nach Sortimenten und Produktart sortiert.
Für die Zukunft denkt Lütteken über ein Kommissioniersystem nach dem Prinzip des Multi-Order-Picking nach, um mehrere Aufträge parallel kommissionieren zu können. Er verspricht sich davon eine Zeitersparnis von 40-60 Prozent. Mit Blick auf die im Keller gelagerten zwei Meter langen Türverschlüsse überlegt er außerdem, einen „Lagerlift" als Ergänzung zum 3 x 3 Paletten fassenden Lastenaufzug einzubauen. Diese Veränderungen wurden von der dobülog bereits im Rahmen der Planung vorgestellt.

Verbesserte Gesamtsituation
Insgesamt ist die tägliche Tourenorganisation bei Lütteken durch das Logistikkonzept der dobülog erheblich vereinfacht und beschleunigt worden. Die gesamte Verladesituation hat sich auch durch die neuen angepassten Rampen verbessert. Ein etwa 3000 Quadratmeter großer Außenbereich, den Lütteken dazugekauft hat, erlaubt außerdem großzügige Rangier- und Wendemöglichkeiten bei der Warenanlieferung. Die rund 40 Mitarbeiter des Fachgroßhändlers freuen sich über die Neuerungen, die die Arbeitsabläufe deutlich beschleunigen und erleichtern.

Domnik und Bücker Logistik
Beraten und Planen GbR

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www.dobuelog.de